Lenk-Stabilisator K.I.S.

Das vollständige Interview im Tour-Magazin findet ihr hier.
https://www.tour-magazin.de/rennraeder/aero/lenk-stabilisator-kis-leute-ihr-lasst-so-viel-potenzial-liegen/

“Das funktioniert im Rennrad genau so gut”

  • •K.I.S. stabilisiert die Lenkung durch eine Feder im Steuerrohr, dämpft Pendelbewegungen und verbessert Geradeauslauf und Kontrolle.
  • •Vorteile: präzisere Linienwahl, besseres Feedback bei Grip-Verlust, feinere Lenkung, robustes, leichtes System; Nachteile: 60–70 g Mehrgewicht, Platzbedarf.
  • •Tester sieht großes Potenzial für Rennräder, Trekking- und Stadträder, hält den Effekt auf Fahrdynamik für deutlich größer als eine höhere Rahmensteifigkeit.

Maschinenbau-Ingenieur, Tüftler und Innovations-Detektiv Robert Kühnen: “K.I.S. macht auch in Renn, Stadt und Trekkingrädern Sinn”.

Robert, du hast die Tour de France geschaut – und dich geärgert. Warum?

Weil da kein K.I.S. verbaut ist. Ich sitze da, schaue den Profis beim Fahren zu und denke: Leute, ihr lasst so viel Potenzial liegen.

Das System ist doch für Geschwindigkeit in groben Gelände konzipiert worden.

Ich hab mal einen Kumpel auf ein Rad mit Aero-Aufsatz gesetzt – so ein langer Triathlonlenker. Er hatte noch nie einen in seinem Leben in der Hand. Normalerweise fährst du damit beim ersten Mal Schlangenlinien, dass es so wirkt als wärst du betrunken. Mit eingeschaltetem K.I.S fuhr er vom ersten Meter an schnurgerade. Das hab ich noch nie gesehen. Das war für mich der Beweis.

Stärker als Rahmensteifigkeit?

Absolut. Und ich sage das nicht einfach so – ich hab's ausprobiert. Der Effekt vom K.I.S. auf das Fahrverhalten ist unvergleichlich größer als wenn du die Steifigkeit des Rahmens verdoppelst. Das klingt krass, ist aber so.

Du siehst die Vorteile nicht nur beim Rennrad und MTB.

Genau. Und die Antwort überrascht vielleicht: beim Trekking- oder Stadtrad. Die Leute, die draufsitzen, können am wenigsten Rad fahren. Die Lenkgeometrien dieser Räder sind oft ohnehin zu nervös. Und mit K.I.S. würde sich das Fahrverhalten so massiv beruhigen, dass es ein absoluter Gamechanger wäre. Für unbedarfte Fahrer wäre das wirklich revolutionär.

Und ein Rennrad mit K.I.S. bei der Tour de France – das ist für dich keine Utopie?

Nein. Anfangs dachte ich auch, dass es keine Notwendigkeit gibt, K.I.S. auf glattem Asphalt einzusetzen. Aber das war ein Denkfehler. K.I.S. funktioniert auf der Straße genauso gut.

Zurück zum Mountainbike. Gehört K.I.S. für dich zu den großen MTB-Innovationen – neben Laufradgröße, Einfach-Antrieb, Dropper Post?

Ja. Ich würde sogar eine Rangliste aufmachen: Platz eins gehört der Geometrierevolution der letzten zehn Jahre. Platz zwei der Dropper Post, die sich komplett durchgesetzt hat. Und K.I.S. ? Platz drei, vielleicht. Für den Eingriff in die Fahrdynamik, den es leistet, ist der Materialaufwand verschwindend gering.